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Die umstrittene Kunstroute ‚Over the Edges’ wird endlich fortgesetzt. 2012 rückt ‚TRACK’ die Kunst in den Genter Straßen erneut in den Blickpunkt. Auch die Außenviertel werden in das Projekt einbezogen, denn TRACK legt vom Bahnhof Dampoort bis zum Bahnhof Sint-Pietersstation eine Kunstspur an.
Jeder erinnert sich noch gut an ‚Over the Edges’ die heftig diskutierte Kunstroute, die das Genter Kunstleben im Jahre 2000 nachhaltig geprägt hat. Die Schinkensäulen von Jan an der Aula, die zerbrochenen Teller. Jan Hoet hat im Genter Zentrum mitten auf der Straße, mitten zwischen den Menschen Kunst in jeglicher Form ausgestellt. Die einzige in den Straßen verbliebene greifbare Erinnerung an ‚Over the Edges’ ist das Spinnennetz, das nach wie vor am Grafenschloss zu bewundern ist. Aber auch das wird demnächst verschwinden.
Zeit also für etwas Neues. „Es wird kein Comeback von ‚Over the Edges’ geben“, so Philippe Van Cauteren, künstlerischer und geschäftlicher Direktor des SMAK. „Allerdings findet eine logische Fortsetzung statt. Ihr Name lautet TRACK. Wir planen eine Kunstroute vom Bahnhof Dampoort zum Bahnhof Sint Pietersstation. Der Name TRACK verweist einerseits auf Eisenbahnlinien und andererseits auf die Tonspur einer CD. Mit der Wahl dieser Route entscheiden wir uns also nicht nur dafür, im Zentrum der Stadt, sondern auch an deren Rand vertreten zu sein.“
Für Van Cauteren steht die TRACK-Zeitplanung fest. „2012 wird es soweit sein“, so Van Cauteren. „Ursprünglich war die Rede von 2011, aber in Anbetracht der Kosten und der Wirtschaftskrise hielten wir es für vernünftig, ein weiteres Jahr für die Finanzierung einzuplanen. Denn billig wird das Ganze auf keinen Fall. Ich möchte keine Zahlen nennen, aber wir reden hier von einer Zahl mit sechs Nullen.“
Sinn und Zweck von TRACK ist es, Kunst sowohl mitten auf der Straße, als auch in Innenräumen zu präsentieren. Das SMAK möchte ca. vierzig Künstler beauftragen, aber auch andere Kultureinrichtungen sollen einbezogen werden. „Sie können aus ihrer persönlichen Sicht zu diesem Projekt beitragen“, so Van Cauteren.
‚Over the Edges’ hat im Jahre 2000 eine gewaltige Kontroverse ausgelöst, aber zu gleicher Zeit hat dieses Ereignis einen Besucheransturm in Gent bewirkt. Obwohl TRACK nicht die Handschrift von Jan Hoet tragen wird, erhofft man sich für die nächste Auflage einen ähnlichen Effekt wie damals. Ob auch 2012 merkwürdige Kunstobjekte – wie beispielsweise die unbekleidete Dame in der Wasserschüssel oder der hässliche Riese an der Sint-Michielshelling bei ‚Over the Edges’ – auftauchen werden, bleibt abzuwarten.
Die Schinkensäulen im Zuge von ‚Over the Edges’ haben jedenfalls für hitzige Debatten gesorgt.